Dienstag, 2. Oktober 2012

Ekelhaft.

Ich denke, diese Facebook-Einträge sprechen für sich.




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Der für Bild.de bei Facebook verantwortliche Redakteur Torsten Beeck erklärt seinen Post im Blog "Hostson.de" mit einem Kommentar so: "Da ich das Posting auf der Facebook-Seite von BILD.de zu verantworten habe, mal kurz zur Erklärung: Wir hatten in den letzten Tagen sehr häufig unfreundliche Diskussionen, weil die Nutzer bei schlechten Nachrichten nicht verstehen, warum andere Nutzer “gefällt mir” klicken. Wir machen das nicht, um Likes zu erbetteln, wir wollten nur diese anstrengende Diskussion von Anfang an unterbinden. Wirkt etwas merkwürdig, das muss ich zugeben. Es gab dazu gestern hier eine sehr konstruktive Diskussion dazu, die auch Wege zeigt, wie man es hätte anders machen können: https://www.facebook.com/markus.sekulla/posts/434772206560437?"

Eine gegenteilige Meinung zum aus meiner Ansicht respektlosen und pietätlosen Vorgehen von Bild und Stern vertritt Nico Lumma in seinem Blog.



Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Ich habe jetzt nicht verstanden, was genau warum du pietätlos findest. (Du sagst ja jetzt auch nicht, warum Du empört bist, sondern nur, dass Du empört bist. Ich finde aber nicht, dass diese Facebook-Einträge für sich sprechen...)

Also: Bild/Stern usw. berichten mittels Facebook/Timeline über den Tod von Dirk Bach. Über dem Beitrag gibt es einen "Like-Button", so wie er über jedem anderen Beitrag auch; der Like-Button geht auch nicht auszuschalten.

So, jetzt haben wir also eine Meldung und einen Like-Button drüber. Wenn jetzt, bspw. bei Bild, der Redakteur schreibt, dass ein Klick auf den Like-Button bedeuten soll "Mein Beileid", ist das pietätlos weil?

Verstehe ich ehrlich gesagt überhaupt nicht...

Ich finde das Argument auch nachvollziehbar, dass man damit gleichzeitig der leidigen Diskussion, was der Klick auf den Like-Button sonst bedeuten soll, den Wind aus den Segeln nimmt ("liked" man, dass Dirk Bach tot ist, "liked" man die Meldung, bekundet man sein Beileid, will man die Meldung einfach nur weiterverbreiten etc.). Und das der Like-Button geklickt wird, lässt sich nicht verhindern...

Also: Was wäre denn Deine Lösung? Warum ist das Vorgehen im konkreten Fall pietätlos? Wie hätte man es besser lösen sollen deiner Meinung nach?

Sarah hat gesagt…

Verstehe diesen Eintrag nicht ganz. Die Seiten machen doch klar, dass das Drücken des "Gefällt mir"-Knopfs hier eben eine Kondolenzbekundung ist. Oder geht es darum, dass man das als "Likes-Erbetteln" der Seiten verstehen könnte?

Klammerbeutel hat gesagt…

Aus eigener Erfahrung kann ich dazu folgendes schreiben (hab ich auch bei Herrn Lumma schon gemacht): Wenn ein mir lieber Mensch stirbt und ich dazu mein Beileid und meine Trauer ausdrücken möchte, mache ich das direkt am Grab oder auch in einem stillen Zwiegespräch, eventuell auch noch im Gespräch mit anderen. Vielleicht zünde ich irgendwann auch mal eine Kerze an (ich habe es noch nie gemacht, aber es wäre denkbar). All dies lässt sich in entsprechende Online-Mechanismen "übersetzen" - und das Kerze-Anzünden kommt sehr in die Nähe des "*-Button-Anklickens".

Mit zwei wesentlichen Unterschieden: Ich würde all dies nie gegenüber einer Zeitung tun, über deren persönliche Betroffenheit ich keinerlei Aussage treffen kann. Und wenn diese Zeitung dann auch noch (für meine Verhältnisse zurück ins reale Leben übersetzt) auf die Idee käme, mir zu sagen, wir haben leider keine Kerzen zum Anzünden, aber drück doch stattdessen auf dieses alte Drucklufthorn, das wir zufällig gerade hier rumliegen hatten - ich wüsste, wem ich dieses Drucklufthorn wohin entleeren würde.

Womit ich zum einen ausdrücken möchte: Nicht nur der Button ist für mich fragwürdig, auch die Buttonklicker stimmen mich nachdenklich. und zum anderen: Den Überbringer schlechter Nachrichten die Konsequenzen der eigenen Stimmung "spüren" zu lassen, muss nicht in allen Fällen schlecht sein. Im aktuellen Fall scheint mir ein Ignorieren angebracht - gibt's dafür nicht auch einen Button auf Facebook?

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