Dienstag, 2. Oktober 2012

Ekelhaft.

Ich denke, diese Facebook-Einträge sprechen für sich.




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Der für Bild.de bei Facebook verantwortliche Redakteur Torsten Beeck erklärt seinen Post im Blog "Hostson.de" mit einem Kommentar so: "Da ich das Posting auf der Facebook-Seite von BILD.de zu verantworten habe, mal kurz zur Erklärung: Wir hatten in den letzten Tagen sehr häufig unfreundliche Diskussionen, weil die Nutzer bei schlechten Nachrichten nicht verstehen, warum andere Nutzer “gefällt mir” klicken. Wir machen das nicht, um Likes zu erbetteln, wir wollten nur diese anstrengende Diskussion von Anfang an unterbinden. Wirkt etwas merkwürdig, das muss ich zugeben. Es gab dazu gestern hier eine sehr konstruktive Diskussion dazu, die auch Wege zeigt, wie man es hätte anders machen können: https://www.facebook.com/markus.sekulla/posts/434772206560437?"

Eine gegenteilige Meinung zum aus meiner Ansicht respektlosen und pietätlosen Vorgehen von Bild und Stern vertritt Nico Lumma in seinem Blog.



Sonntag, 12. Dezember 2010

Der Westen macht Wikileaks Konkurrenz

Das Netz treibt manchmal schon seltsame Blüten. Während die einen noch damit beschäftigt sind, den Wikileaks-Gründer in jederlei Hinsicht einzufangen, nutzen andere den Hype und die Idee ganz unkonventionell für sich. Sieht man mal von den üblichen Reaktionen ab, dass viele auf den Zug aufspringen und es jetzt schon T-Shirts mit der Aufschrift "Assange - Provocateur" zu erstehen gibt, wie im Posterous-Account von styleranking zu lesen ist, so machen sich offenbar auch Redaktionen Gedanken, wie diese an vertrauliche Dokumente herankommen können. Ein Beispiel: Der Westen. Bei den Ruhrbaronen ist zu lesen, dass hier eine Subsite "Recherche" eingerichtet wurde, an die man nun seine geheimen Dokumente - so man gerade welche hat - senden kann. Wikileaks dürfte angesichts solcher Engagements etablierter Medienhäuster schnell in Vergessenheit geraten.

Erinnert ein bisschen an das Wort Opportunismus. Oder?

Der Westen: Konkurrenz zu Wikileaks oder opportunistische Aktion?

Shirts mit Assange-Print. Wie man aus Wikileaks ein Geschäft macht.

Dienstag, 12. Oktober 2010

Tupperpartys oder das vermeintliche Verschwinden werberefinanzierter Medien

Als ich mir heute die neue Folge des Elektrischen Reporters angeschaut habe, kam mir als erstes eine Assoziation mit dem berühmten Film Epic, bei dem es darum geht, Zukunftsvisionen und vor allem die Zukunft von Google, Microsoft und den Medien abzubilden, was den Epic-Machern Robin Sloan und Matt Thompson seinerzeit eindrucksvoll gelungen ist. Ich möchte daher zunächst beide Filmbeiträge noch einmal zeigen, bevor ich einige Thesen zur Medienzukunft platziere und versuche, einige Hype-Themen zu entlarven.

Die im Auftrag des ZDF produzierte Vision "Uebermorgen.TV"


Und Google Epic 2015


Beide Filme zeigen die Übermacht einiger weniger Großer, die das Web beherrschen. Nischenmärkte und Angebote, die in dem viel zitierten Buch "The long Tail" beschrieben und als aussichtsreich charakterisiert werden, finden wenig bis keine Berücksichtigung. Das ist ein Problem, das meiner Meinung nach derzeit vorherrscht: Alle stürzen sich auf Google und Facebook - und machen diese für die Krise der klassischen Medienanbieter verantwortlich. Dabei sind es in Summe zum Beispiel alle Blogger, die den Medien ihr Geschäft streitig machen. Das zu thematisieren, ist allerdings häufig tabu, denn Blogger sind ja nicht nur cool, sondern grundsätzlich gut und vor allem demokratisch. Die Blogosphäre ist unantastbar...

Zweifellos befindet sich die Medienbranche in einer nie da gewesenen strukturellen Krise. Der Zugang zum Rezipienten schwindet, denn die einstige Informationshoheit - ja das Informationsmonopol wird durch das Internet und seine zahlreichen Angebote und Inhalte untergraben. Dennoch sind professionelle Informationsproduzenten im Gegensatz zur Informationscloud im Netz in der Lage, Spannungsbögen zu erzeugen, investigative Storys zu publizieren und damit Zielgruppen anzuziehen und zu bündeln und dann auch zu vermarkten - nur eben nicht mit einer Kostenbasis, die aus den Zeiten stammt, da sie eine Informationshoheit hatten.

Empfehlungsmarketing hingegen, wie beispielsweise bei Facebook, möchte ich einmal als "nichts Neues" betrachten. Schon seit je her gibt es Maßnahmen nach dem Muster "Einen Bekannten werben und dafür eine Prämie erhalten". Tupperpartys sind dafür die besten Beispiele.

Dass nun unter dem Begriff Social Media diese Tupperpartys zuhauf im Netz stattfinden und zahlreiche Unternehmen ein bisschen Werbeetat abzwacken, um hier bei Facebook eine Site oder eine Gruppe zu unterhalten, heißt noch längst nicht, dass die klassische Werbung "tot" ist - weder online noch offline. Ein meiner Meinung nach vernachlässigter Aspekt ist der, dass die steigende Zahl von Social Media-Aktivitäten das einzelne Engagement erschwert und in der Wirkung schwächt, so dass schließlich doch wieder Massenkanäle gebraucht werden, um Botschaften flächendeckend im Marketing zu streuen.

Längst wissen Unternehmen Social Media-Aktivitäten zu bewerten und einzuschätzen und sind über die Phase "Wir müssen mal was in Facebook machen" hinaus und lassen diesen Kanal von ihrer PR-Agentur vernünftig betreuen. Aber die Relationen, in denen klassischen Werbung und Online-Marketing zueinander stehen, scheinen vielen Social Media-Menschen nicht besonders klar zu sein.

Wer einmal mit Verantwortlichen in weltumspannenden Konzernen spricht, weiß, dass diese vor folgendem Problem stehen: Ständig kommt irgendein neuer "Kleinstkanal" auf - sei es nun eine weitere Community, eine Anwendung wie Foursquare oder das iPad. Aber in Summe werden hier bei ordentlicher Werbewirksamkeitsanalyse mit dem Befüllen eines solchen Kanals weniger Rezipienten erreicht als mit einem einzigen ausgestrahlten TV-Spot, von dem ebensolche Konzerne am Tag hunderte laufen lassen und auch in ihrer Wirkung controllen. Es ist für Unternehmen nahezu unmöglich, jedem neuen Trend ein Kommunikationskonzept entgegenzusetzen. Und dies hat auch gar keine Notwendigkeit.

Zwar folgt jetzt nach dem Social Media-Hype schon die typische Welle der Stimmen, die Social Media als überbewertet darstellen, und zwar so massiv, dass dies dem vermeintlich neuen Kanal Internet auch überhaupt nicht gerecht wird (wir erinnern uns, das war nach dem Hype um die New Economy ebenso, als es hieß: "Das Internet ist tot..."). Interessant vor allem, von wem hier die Stimmen kommen - im Wesentlichen von denen, die klassische Werbung verkaufen.

Meiner Meinung nach ist Social Media also etwas, was in das klassische Marketing und in die Kommunikation integriert werden kann und vielfach sollte - als eines unter zahlreichen Mitteln im Kommunikationsmix. Nicht mehr und auch nicht weniger. Im Übrigen wird das Social Media Marketing häufig bei den PR-Unternehmen und nicht in den Mediaagenturen aufgehangen. Zurecht, wie ich finde, da es hier um Kommunikation, nicht um den Schwerpunkt "Werbung" geht. Aber auch dies verdeutlicht die Größe der Budgets, denn PR-Agenturen verfügen in der Regel über weitaus geringere Budgets als Mediaagenturen. Zu prognostizieren, dass deshalb die Werbung verschwindet, halte ich für großen Quatsch (PS: Wie verdient eigentlich Google sein Geld??)

Also: Nichts wird so heiß gegessen, wie es gekocht wird - und am Ende entscheidet der Erfolg über die unternehmerische Zukunft von Medien. Übrigens sind seinerzeit auch die großen Konzerne nicht verschwunden, die als "Old Economy" verhöhnt wurden und einen geringeren Börsenwert hatten als einige Internet-Companys. Heutzutage haben gerade diese Unternehmen die besten Webportale und Online-Strategien, wobei es der ein oder anderen Internet-Company an Strategie und Erfolg fehlt.

Ebenso wird es mit dem theoretischen Streit Werbung versus Empfehlungsmarketing passieren. Beides wird einen Platz finden - und zwar in angemessener und den Erfolg rechtfertigender Form und mit entsprechenden Budgethöhen im Marketing hinterlegt.

Happy Tupperparty - wir sehen uns auf Facebook!

Sonntag, 26. September 2010

A new Werkkanon

Mehrfach hatte ich den Versuch unternommen, Werkkanon mit neuen Inhalten aufzufrischen. Mehrfach auch schon die Ankündigung dazu geschrieben. Die Zeit ließ es jedoch leider nicht zu. Meine Projekte styleranking und die weiteren Blogs, die ich schreibe - aktuell zum Beispiel mein neues Lebensprojekt "passionpapa", haben mich sehr in Beschlag genommen. Und so blieb in den vergangenen Jahren ausschließlich Zeit für den ein oder anderen Buchbeitrag. Stolz bin ich vor allem über den von mir und Tanja Könemann verfassten Beitrag im Focus Jahrbuch über Google - ein Thema, das wir im Herbst 2008 geschrieben haben und das dann 2009 erschienen ist unter dem Titel: "Google ist Macht - Eine Suchmaschine sammelt das Wissen der Welt - und zerstört die Geschäftsgrundlage von Verlagen".  Hier hatten wir - trotz der Verzögerungen von Abgabe des Manuskriptest bis hin zum Erscheinen im Buchhandel - einige Entwicklungen beschrieben, die erst in den vergangenen Wochen ihren Weg in die Magazine fanden - Google Streetview und die Problematik dahinter beispielsweise.

Werkkanon ist einst als "Blog für Qualitätsjournalismus" gestartet und hat eine Diskussion über die Qualität von Online-Inhalten geführt - ja vielleicht sogar zusammen mit der Studie erst ausgelöst. Nun ist die Studie schon fast vier Jahre alt. Die Kritik bleibt auch heute noch dieselbe, sie wird aber in anderen Blogs sehr regelmäßig und fundiert weiter ausgeübt. Zum Beispiel bei Stefan Niggemeier.

Nun stehe ich vor der Entscheidung, was mit Werkkanon künftig passiert. Bleibt es so verödet wie aktuell oder gelingt es mir, dem Projekt neuen Atem einzuhauchen? Ich habe mich für zweiteres entschieden und möchte Werkkanon als Medien- und Onlineblog weiterführen. Es wird also künftig an dieser Stelle nichtmehr ausschließlich um Journalismus gehen, sondern um alles, was in der Onlinewelt aktuell en vogue ist - also auch spannende Startups, andere tolle Blogs, Kritik am Mediengebaren, Kritik am Umgang mit Nachrichten und vieles mehr.

Vielleicht gelingt es mir ja, einige meiner Gedanken zu einer neuerlichen Diskussion zu formen, wie es einst mit der gemeinsam mit meinem Freund Steffen geschriebenen Studie gelungen ist. Nur, dass ich künftig an dieser Stelle auch über Social Media (was früher Web Zwei Punkt Null hieß) oder auch Kommunikationspannen wie die aktuelle Situation beim Projekt "Stuttgart 21" geht.

Euch wünsche ich viel Spaß beim Lesen und hoffe, dass der ein oder andere dabeibleibt.

In diesem Sinne - einen schönen Sonntag...

Dienstag, 9. Februar 2010

Google will angeblich Konkurrenz-Angebot zu Twitter und dem Facebook-Statusupdate launchen

Als Youtube seinerzeit Google Video im Regen stehen ließ, blieb den Google-Gründern nur eine Möglichkeit: Sie kauften kurzerhand das Videoportal. Ähnliches erwarten wir schon lang im Bereich der Communitys. Hier agiert Google bislang mit dem eigenen Angebot Orkut tendenziell glücklos. Im Bereich der Mircroblogs hat sich Twitter durchgesetzt und wird ebenso wie die Statusupdates bei Facebook mit der Live-Search ja auch seit kurzem von Google durchsucht, um die Tweets in der Suchmaschine zeitnah zeigen zu können. Nun soll Google aber angeblich an einer eigenen Anwendung arbeiten, berichtet zumindest der Branchendienst Kress und bezieht sich damit auf eine Meldung des "Wall Street Journal". Wer einen Google Mail-Account hat, soll demnach auch Statusmeldungen an seine Kontakte verschicken und deren Nachrichten beobachten können. Eine harte Quelle für die Geschichte gibt es nicht, "informierte Personen berichten davon", heißt es, was so viel bedeutet, als dass jemand aus dem Hause Google hier ebenfalls gezwitschert haben muss. Google soll den neuen Dienst angeblich diese Woche präsentieren. Wir sind gespannt.

Montag, 1. Februar 2010

Online-Consulting: Werbemittel (Banner + Text) und Landing Page aufeinander abstimmen

Seitenbesucher kosten in der Regel Geld - besonders, wenn man dafür wirbt, dass diese auf die eigene Seite, das Portal, das Angebot kommen. Dies geschieht in der Regel über Banner- oder Adword-Kampagnen. Springt der Besucher ab, ohne dass er sich einen bleibenden Eindruck verschafft oder etwas kauft, geht diese Investition verloren. Zahlreiche Werbekampagnen greifen jedoch ins Leere, denn potenzielle Websitebesucher finden schnell etwas ganz anders, als sie erwartet haben. Wichtig für den Erfolg einer Kampagne ist, dass das Zusammenspiel zwischen Werbemittel und Landingpage funktioniert. Heute im Netz gefunden: 10 Tipps zum perfekten Zusammenspiel von Werbemitel und Landingpage und damit heute unser Tipp des Tages...

Download: 10 Tipps – Wie Sie Werbemittel und Landingpage optimal aufeinander abstimmen

Sonntag, 8. November 2009

Vollkommene Vernetzung: Posterous

In Zeiten der vollkommenen Vernetzung bieten einige Services Verknüpfungen etwa zwischen Facebook und Twitter an. Oder es wird ein Update bei allen Statusmeldungen sämtlicher Communitys ermöglicht. Ein Service, der über all dies hinausgeht, ist Posterous. Einmal eingerichtet, kann der Nutzer eine E-Mail an Posterous senden und diese erscheint dann als Blogpost und wenn gewünscht gleichzeitig bei Twitter, Facebook, Flickr, Youtube, Friendfeed und vielen weiteren Portalen mehr. So weit, so einfach. Dateigrößen sind gleichgültig. Powerpoints werden in Slideshows umgewandelt und wer mit einem Service alle seine Internet-Heimatsorte gleichzeitig mit Leben füllen möchte, der ist hier gut aufgehoben. Genial!

Und so ist auch Werkkanon künftig auch hier zu finden: werkkanon.posterous.com

Getwittert wird ja schon länger....

Sonntag, 23. August 2009

Rettung für Print in Sicht



via Stefan Niggemeier

Google ist Macht - und Werkkanon erlebt eine Reunion

Ich hatte ja schon im Mai angekündigt, dass das Blog Werkkanon ein Revival erfahren wird. Nun wird aus dem Revival auch eine Reunion. Steffen und ich haben das Blog Werkkanon Ende 2006 ins Leben gerufen, um für Qualitätsjournalismus im Netz zu werben und auf einige Missstände aufmerksam zu machen. Das ist uns seinerzeit gut gelungen. Rund zweieinhalb Jahre später ist viel passiert. Und dennoch wird aktuell beispielsweise erneut über das Geschäftsmodell "Paid Content" diskutiert. Eine Diskussion, die längst verstummt schien.

Google - wertvollste Marke der Welt - steht hingegen noch immer in einem Hassliebe-Verhältnis zu Verlagen und Verlegern. Diese melden sich momentan regelmäßig zu Wort und werfen dem Suchmaschinengiganten etwa "Enteignung auf Raten" vor - wie es Hubert Burda unlängst formulierte.

Passend zum Thema habe ich gemeinsam mit Co-Autorin Tanja Könemann aktuell im Focus Jahrbuch einen Beitrag unter dem Titel "Google ist Macht - Eine Suchmaschine sammelt das Wissen der Welt und zerstört die Geschäftsgrundlage von Verlagen" publiziert. Google wehrt sich aktuell gegen die Angriffe von Verlegern und tritt dabei durchaus selbstbewusst und meinungsfreudig auf. Die beiden Lieblingszitate aus dem "Spiegel" und der aktuellen "Horizont" lauten:

"Ich würde mich freuen, wenn die Verlage die Energie, die sie heute in die Angriffe gegen Google investieren, darauf verwenden würden, erfolgreichere Geschäftsmodelle im Netz zu entwickeln,"

...und...

"...ich will da keinem zu nahe treten, aber Verlags-Content hat nur einen verschwindend geringen Anteil."

(Philipp Schindler, Europa-Chef von Google, Quelle: Horizont Nr. 34/2009, S.2).


In der Realität ist das Spannungsverhältnis natürlich weitaus komplexer als der Schlagabtausch der Kontrahenten es in der Presse verdeutlicht. Wer das Thema vertiefen und einen Ausschnitt aus dem Beitrag über Google aus dem Focus Jahrbuch 2009 hören möchte, klicke hier. Das Buch gibt's zum Beispiel bei Amazon. Lesenswert ist in diesem Zusammenhang auch ein Kommentar von Horizont-Chefredakteur Volker Schütz, der Verlage auffordert, aus der Mitleitdsfalle herauszutreten: "Vielleicht wird eines Tages ein Verleger dem Mitbewerber Google erklären, welche Bedeutung Content in der digitalen Welt hat."

Und wer die Diskussion weiter verfolgen möchte, sei eingeladen, in den kommenden Tagen, Wochen und Monaten das Blog Werkkanon wieder häufiger zu frequentieren. Steffen und ich haben uns dazu entschlossen, es mit neuen Inhalten wiederzubeleben und die Diskussion fortzuführen. Wir freuen uns auf zahlreiches Feedback.

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